Herausforderungen für die Winzer

Wein in Holz oder Holz in Wein?
Wie lange können Winzer ihren Herausforderungen noch standhalten?
Es gibt zuviel Wein auf der Welt. Vor allem schlechten. Die Globalisierung hat die Wein-Branche längst böse erwischt. Das zwingt die Winzer Innovativ, kreativ, flexibel und investitionsfreudig zu sein, bzw. zu bleiben. Noch sind sie es, sie haben die Herausforderungen bisher immer angenommen.
Was steckt dahinter? Durch die Globalisierung und die neuen Regeln der EU mußten die Winzer nicht nur dazulernen und teilweise ihre Betriebe neu ausrichten, sondern auch neue Methoden einführen. Neue Regeln und Vorschriften hinsichtlich Bearbeitung der Weinberge verlangten komplett neues Denken in Sachen Bodenbearbeitung, Spritzmittel, Verarbeitung und Bezeichnungen. Viele Betriebe haben ISO eingeführt um die Qualität zu halten. Maischeverarbeitung/Gärungsprozess sind fast von allen Winzern neu ausgerichtet worden. Stichwort: Kaltvergärung bei zwischen 28 und 32°.
Neues und zum Teil globales Marketing war nötig. Kooperationen und andere Formen der Zusammenarbeit wurden eingeführt. Viele mußten den emotional schwierigen Weg gehen und von Mitbewerbern zu Partnern werden. Die Kundenwünsche hinsichtlich Preis und Qualität wurden neu definiert und mußten erfüllt werden. Geschmacksrichtungen haben sich geändert während die Weinberge und die Trauben ja gleich blieben.
Technische Modernisierung war unausweichlich. Neue Maschinen, Feldgeräte, Keltergeräte, klimatisierte / elektronisch kühlbareTanks waren nötig. Eine sehr große Neuheit, mit der man sich anfreunden mußte, sowohl aus Winzersicht wie auch aus Kundensicht, war die Einführung von neuen Flaschenverschlüssen. Zuerst Kunststoffkorken, manche haben auch mit Glaskorken experimentiert, dann kamen die Drehverschlüsse. Es gibt auch bereits Kronenverschlüsse. Dazu waren neue Abfüllmaschinen, neue Lager und Ausbildung der Mitarbeiter nötig. Alles bedeutende Kostenfaktoren. Nun geht es ziemlich schnell voran mit Glasflaschen. Sie werden ersetzt von speziellen Kunststoffflaschen. Diese sind biliger, leichter und haben eindeutige Vorteile was das recycling betrifft. Sie sind insgesamt umweltschonender.

All das gilt natürlich nicht nur für die Weinproduzenten sondern auch für die Champagner Hersteller. Die Champagner-Region hat eine Rechnung aufgemacht und die sieht fantastisch aus: Bis 2020 soll die Kohlendioxidemission der Weinregion „Champagne“ um 25% gesenkt werden. Ein wichtiger Schritt dazu ist die Einführung einer um 65 Gramm leichteren Flasche. Die geplante Einsparung entspricht der Jahresemission von ca. 4000 PKWs! Ein Qualitäts- oder ein optischer Unterschied der alten und neuen Flasche ist nicht auszumachen.
Bravo Champagner-Region! Weitere Neuerungen werden folgen. Eine liegt bereits auf dem Tisch bei der EU: „Wein in Holz oder Holz in Wein!“ In einigen Ländern wird Holz in Wein schon praktizeirt.
Winzer und Weinliebhaber dürfen auf das Ergebnis gespannt sein.
Weitere Informationen erhalten Sie über http://www.Der-Franzoesische-Weinkeller.de

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